Medizin in Montenegro: staatliches System und private Kliniken

Aktualisiert: 15 February 2026 153 Aufrufe
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Medizin in Montenegro: staatliches System und private Kliniken

Medizin in Montenegro: staatliches System und private Kliniken

Das Gesundheitssystem Montenegros basiert auf einer Kombination aus staatlichem und privatem Sektor. Seit 2022 erfolgt die Finanzierung vollständig auf Steuerbasis, was theoretisch einen universellen Zugang für die Bevölkerung gewährleistet. In der Praxis sehen sich Patienten jedoch mit Warteschlangen, fehlender Ausstattung und Zuzahlungen konfrontiert.

Das Gesundheitswesen wird durch das Gesundheitsgesetz geregelt. Die Struktur ist in drei Ebenen unterteilt:

  • Primäre Ebene: 18 Gesundheitszentren (Dom zdravlja). Hier arbeiten Hausärzte (ausgewählte Ärzte), Kinderärzte und Gynäkologen. Sie führen Erstuntersuchungen und Impfungen durch und stellen Überweisungen aus.
  • Sekundäre Ebene: 7 Allgemeinkrankenhäuser und spezialisierte Kliniken (z. B. Onkologie, Kardiologie).
  • Tertiäre Ebene: Klinisches Zentrum in Podgorica (KCCG). Die komplexesten Fälle, die Operationen und Intensivpflege erfordern, werden hierher überwiesen.
Lifehack: Wenn Sie eine Aufenthaltserlaubnis haben, melden Sie sich zunächst bei einem „ausgewählten Arzt“ (izabrani doktor) im örtlichen Gesundheitszentrum an. Ohne dessen Überweisung ist ein kostenloser Besuch beim Facharzt nicht möglich.

Staatliche Krankenversicherung

Zugang zur (bedingt) kostenlosen medizinischen Versorgung haben erwerbstätige Einwohner und ihre Familien. Das System wird durch obligatorische Gehaltsabgaben finanziert.

  • Beitragssatz: 12,3 % des Gehalts (8,5 % zahlt der Arbeitgeber, 3,8 % werden dem Arbeitnehmer abgezogen).
  • Leistungen: Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte, ein Teil der Medikamente, Prävention.
  • Bedingungen für Ausländer: Ausländer mit Aufenthaltserlaubnis (Arbeit oder Familienzusammenführung) haben die gleichen Rechte wie Staatsbürger.

Trotz Versicherung werden etwa 38 % der Gesundheitsausgaben im Land aus privaten Mitteln der Patienten bezahlt. Meist betrifft dies Medikamente, Zahnmedizin und Diagnostik, um monatelange Wartezeiten zu vermeiden.

Wichtig: Die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) gilt in Montenegro nicht. Gegenseitige Abkommen bestehen nur mit Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie einigen weiteren Ländern der Region.

Private Medizin

Der private Sektor entwickelt sich aktiv in Podgorica und den Küstenstädten (Budva, Tivat, Herceg Novi). Es gibt keine Warteschlangen, die Ausstattung ist moderner und das Personal spricht häufig Englisch oder Russisch. Insgesamt gibt es im Land etwa 30–40 große private Einrichtungen.

Beliebte Kliniken:

  • Codra Hospital (Podgorica): Das älteste private Krankenhaus, spezialisiert auf Chirurgie und Diagnostik.
  • Milmedika (Budva, Tivat, Nikšić, Podgorica): Breites Leistungsspektrum, einschließlich Pädiatrie und Labordiagnostik.
  • Polyclinic Filipovic (Podgorica): Schwerpunkt auf Familienmedizin und Radiologie.
Empfehlung: Für Expats ist die Kombination aus staatlicher Versicherung (für Notfälle und Krankmeldungen) und privater Police (für schnellen Zugang zu Fachärzten) optimal. Eine private Jahrespolice kostet ab 350 Euro.

Kosten medizinischer Leistungen

Die Preise in Montenegro liegen unter dem europäischen Durchschnitt, können jedoch für nicht versicherte Personen oder bei Besuchen in privaten Kliniken spürbar sein.

Ungefähre Preise in privaten Kliniken:

  • Erstuntersuchung beim Allgemeinarzt: 15–30 Euro.
  • Facharzttermin: 30–50 Euro.
  • Ultraschall: 40 Euro.
  • Gastroskopie: 90 Euro.
  • Zahnmedizin (Füllung): 30 Euro.
  • Komplexe Eingriffe: bis zu 200 Euro.
  • Tag stationärer Behandlung/Rehabilitation: ab 30 Euro.

Informationen für Touristen

Notfallhilfe (lebensbedrohliche Situationen) wird in staatlichen Einrichtungen kostenlos geleistet. Alle geplanten Arztbesuche, die Behandlung nicht lebensbedrohlicher Verletzungen und reguläre Arzttermine sind kostenpflichtig.

  • Reiseversicherung: Dringend empfohlen. Die Kosten für eine Police betragen 5–8 Euro pro Woche. Die Deckung liegt in der Regel zwischen 10.000 und 100.000 Euro.
  • Ohne Versicherung: Jeder Besuch, alle Untersuchungen und Medikamente werden gemäß der Preisliste der Klinik für Ausländer berechnet.

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