Bankensystem und Dienstleistungen für Ausländer im Jahr 2025
Montenegro verwendet den Euro als offizielle Währung, was den Zahlungsverkehr vereinfacht. Bis 2025 war das Land jedoch kein vollwertiger Teilnehmer der europäischen Zahlungssysteme. Die Situation änderte sich grundlegend am 1. Januar 2025, als Montenegro dem SEPA-System (Einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum) beitrat. Im Land sind 11 Geschäftsbanken tätig, deren Aktivitäten von der Zentralbank (CBCG) reguliert werden.
Überblick über die wichtigsten Banken
Die Wahl der Bank hängt von Ihren Zielen ab: Geschäftstätigkeit, Gehaltseingang oder einfach Bargeldabhebung. Die wichtigsten Marktteilnehmer:
- CKB (Crnogorska Komercijalna Banka) — gehört zur ungarischen OTP Group.
- Vorteile: Größtes Netzwerk (115 Geldautomaten), beste Mobile-App.
- Nachteile: Warteschlangen in Filialen, überdurchschnittliche Gebühren.
- Erste Bank — Teil der österreichischen Erste Group.
- Vorteile: Hohe Zuverlässigkeit, stabile internationale Transaktionen.
- Kosten: Kontoführung 1–3 Euro pro Monat.
- Hipotekarna Banka — lokale Bank.
- Vorteile: Kulant gegenüber Nicht-Residenten, kostenlose eingehende Überweisungen, minimale Gebühren (ausgehend 0,1% oder fest 10–20 Euro).
- Adriatic Bank und Zapad Banka.
- Vorteile: Auf Expats und Unternehmen ausgerichtet. Adriatic ermöglicht die Kontoeröffnung über einen Notar und stellt häufig einen persönlichen Manager zur Verfügung. Zapad eignet sich für Firmenkunden.
- NLB Banka — slowenische Gruppe, traditionell stark in der Arbeit mit juristischen Personen.
Kontoeröffnung: Verfahren und Unterlagen
Seit 2022 wurden die Richtlinien der Banken gegenüber Ausländern (KYC) verschärft. Eine Aufenthaltserlaubnis (VNH/boravka) ist bei den meisten großen Banken (CKB, Erste) eine Standardvoraussetzung für die Eröffnung eines Privatkontos.
Ist eine Kontoeröffnung ohne Aufenthaltstitel möglich?
Ja, aber selektiv (selectively). Die Banken Adriatic, Zapad und teilweise Hipotekarna können einem Nicht-Residenten ein Konto eröffnen, wenn starke Bindungen zum Land bestehen (Immobilienkauf, langfristige Miete, Firmengründung) oder durch einen persönlichen Termin beim Filialleiter.
Unterlagen für Privatpersonen
- Gültiger Reisepass.
- Notariell beglaubigte Übersetzung des Reisepasses (falls nicht auf Montenegrinisch/Englisch).
- Nachweis der Wohnadresse ("White Card" oder Mietvertrag, Nebenkostenabrechnungen nicht älter als 2 Monate).
- Manchmal: Kontoauszug aus dem Herkunftsland über Einkünfte oder ein Bildungsabschluss.
Tarife und Gebühren
Die Tarife werden vom Markt bestimmt, jedoch von der CBCG aus Transparenzgründen kontrolliert.
- Kontoführung: 1–3 Euro pro Monat für Privatpersonen, bis zu 5 Euro für Unternehmen.
- Einlagen: Staatlich bis zu 50.000 Euro versichert. Zinssätze: 2,4–3,5% p.a.
- Internationale Überweisungen (nicht SEPA): In der Regel 0,1–1% des Betrags + feste Gebühr (10–40 Euro).
- Währungsumrechnung: Bei Kartenzahlungen in einer anderen Währung als Euro können Umrechnungsverluste bis zu 10% betragen.
Geldautomaten und Bargeldabhebungen
Geldautomaten sind in touristischen Zentren (Budva, Kotor, Podgorica) weit verbreitet. Das Abhebungslimit liegt in der Regel bei 300–500 Euro pro Transaktion.
- Abhebung mit lokaler Karte: Kostenlos an Geldautomaten der eigenen Bank.
- Abhebung mit ausländischer Karte: Feste Gebühr der Automatenbank (ca. 5 Euro) + Gebühr Ihrer Bank (1–4%).
- Beste Netzwerke: CKB (115 Geräte), Erste (~80), NLB (~60).
SWIFT und internationale Überweisungen
Alle Banken unterstützen SWIFT. Die montenegrinische IBAN besteht aus dem Ländercode ME, zwei Prüfziffern und einer 18-stelligen Kontonummer.
- Innerhalb der SEPA-Zone (Europa): Schnell und günstig (bis zu 1,99 Euro).
- Außerhalb der SEPA-Zone (einschließlich RF): Standard-SWIFT. Die Gebühren hängen von der Korrespondenzbank und der Überweisungsart (OUR, SHA, BEN) ab.